Kundenbindung ist wichtiger denn je. Doch welche Art von Instrumente der Kundenbindung gibt es heutzutage? Und wie sollen sie eingesetzt werden?

Jedes Unternehmen kennt den Wert wiederkehrender Kunden. Eine Studie der Gartner Group beschreibt sogar, dass 80% der zukünftigen Einnahmen eines Unternehmens von 20% bestehender Kunden ausgeht. Jedes Unternehmen sollte sich das Ziel setzen, die Kundenbindung zu stärken, um somit die Kundenzufriedenheit und folglich auch zukünftige Umsätze langfristig zu steigern. In diesem Artikel nennen wir Ihnen Beispiele und Maßnahmen, wie Sie Kunden langfristig binden können und Ihre Strategie proaktiv auf dieses Ziel ausrichten können.

Was Kundenbindung ist und wie wichtig es für ein Unternehmen ist, bestehende Kunden zufriedenzustellen, haben wir in unserem Artikel „Kundenbindungs-Guide 2021 – und wie Ihr Unternehmen davon profitiert“ näher beschrieben. In diesem Artikel behandeln wir die verschiedenen Instrumente der Kundenbindung und differenzieren zwischen klassischen und digitalen Instrumenten.

 

Arten der Kundenbindungsinstrumente

Kundenbindung sollte eine hohe Priorität haben und mittels einer passenden Strategie , welche Anbieter, Angebot und Kunde auf elegante Weise zusammenbringt, im Unternehmen verankert sein. Diese Strategie vereint dabei übergreifend Abteilungen wie Sales, Marketing aber auch Logistik und Qualitätsmanagement.

Kundenbindung wird seit Jahren von Unternehmen verschiedener Größen betrieben. Wie der Markt, die KundInnen und die verwendeten Technologien entwickeln sich auch die Möglichkeiten der Kundenbindung stetig weiter. Wir bieten Ihnen eine Übersicht und Klassifizierung der etabliertesten Kundenbindungsinstrumente, welche Sie in Ihrer Strategie inkludieren können.

 

Klassische Instrumente der Kundenbindung

Diese Instrumente sind die „Silberrücken“ der Kundenbindung. Es gibt sie seit langer Zeit, jedoch sind sie immer noch so relevant wie am ersten Tag, einzig die Umsetzung hat sich geändert. Zu den klassischen Instrumenten der Kundenbindung zählen:

  1. Service
  2. Bonussysteme
  3. Kunden-Feedback
  4. Customer Journey Management
  5. Referrals

 

  1. Service

Die sogenannte Customer Journey, welche im Punkt 4 näher beschrieben wird, beschreibt die Reise eines Nutzers vom Moment der ersten Interaktion mit Ihrem Unternehmen bis hin zur Kaufentscheidung und noch weit darüber hinaus. Unabhängig vom Punkt, an dem sich der Nutzer befindet, sollte ihm immer die Möglichkeit geboten werden, mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten. Des Weiteren sollte festgestellt werden, welche Probleme der Kunde oder die Kundin in jeder Phase der Customer Journey haben könnte, um Lösungen leicht zugänglich zu machen.

Das Beschwerdemanagement wird in dieser Hinsicht oft vernachlässigt, denn viele Unternehmen gehen Beschwerden oft bewusst aus dem Weg. Durch erfolgreiches Beschwerdemanagement können jedoch unzufriedene KundInnen in zufriedene KundInnen umgewandelt werden, welche wiederum durch Mundpropaganda Ihre Marke stärken können. Beschwerden bieten ebenso eine wichtige Erfahrungsquelle zur Weiterentwicklung Ihres Produktes und Ihrer Prozesse.

Exzellenter Service ist eine Grundvoraussetzung für gute Kundenbindung und signalisiert den KundInnen, dass sie einen hohen Stellenwert für Ihr Unternehmen darstellen.

  1. Bonussysteme

Bonussysteme gibt es schon seit Jahren und sie bieten eine günstige Marketingmöglichkeit für jedes Unternehmen. Von einfachen Stempelkarten im Kaffeeladen um die Ecke bis hin zum komplexen Vielfliegersystem Ihrer Airline gibt es verschiedene Formen von Bonussystemen. Grundsätzlich wird immer das Ziel verfolgt, Kunden langfristig an das Unternehmen zu binden.

In den meisten Formen bieten Bonussysteme eine Möglichkeit, die KundInnen zum Punktesammeln zu motivieren, um diese später gegen gewisse Vorteile, Vergünstigungen oder Sachpreise einzutauschen.

Eine neuerliche Entwicklung im Bereich Bonussysteme setzt auf Spielmechaniken, welche in Videospielen bereits seit Jahren ihre Anwendung finden. Seinen Ursprung im Unternehmerkontext findet das Buzzword Gamification im Jahre 2008, jedoch fanden die darunterliegenden Prinzipien bereits davor in einigen CRM Konzepten – wie zum Beispiel im Bonusprogramm „Miles and More“ von Lufthansa – ihre Anwendung. Das Ziel ist es, den Kunden oder die Kundin mittels dem Sammeln von Punkten und dem Erreichen eines höheren Status auf spielerische Weise zu unterstützen. In Computerspielen wird mittels dieser Mechaniken eine emotionale Bindung erreicht. Diese Spielmechaniken umfassen unter anderem Ranglisten, Levels, Challenges und Points, welche der Kunde oder die Kundin erreichen oder sammeln kann. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel über Gamification.

  1. Feedback

Es ist essenziell zu verstehen, warum manche KundInnen treu bleiben und warum andere KundInnen Sie verlassen. Direktes Kundenfeedback kann dazu als wertvolle Quelle dienen. Einerseits können Kunden durch Feedback in die Geschäftsentwicklungsprozesse eingebunden werden, andererseits liefert das Feedback Ihnen und Ihrem Unternehmen wertvolle Einblicke zur Weiterentwicklung einzelner Prozesse. Hierbei ist es wichtig, sogenannte Feedback-Channels einzurichten, in denen KundInnen aktiv Ideen und Anmerkungen einbringen können. Eine schnelle, professionelle und adäquate Bearbeitung von Feedback ist der Schlüssel zu treuen KundInnen, sei es telefonisch, via E-Mail oder per Social Media. Mehr Informationen finden Sie in unserem Artikel „Kundenfeedback – Einholen richtig reagieren“

  1. Customer Journey

Die Customer Journey definiert die Phasen und ihre Berührungspunkte (Touchpoints), die ein Kunde oder eine Kundin durchläuft, bevor die Kaufentscheidung für die Produkte oder die Dienstleistung eines Unternehmens getroffen wird. Die Customer Journey geht auch darüber hinaus und beschäftigt sich mit den Touchpoints nach dem Kauf.

Touchpoints sind alle Kontaktpunkte, an denen ein Nutzer in Kontakt mit einer Marke oder einem Unternehmen tritt. Im Prozess des Customer Journey Mapping werden alle möglichen Touchpoints definiert und den einzelnen Phasen der Customer Journey zugeordnet.

Es ist wichtig, die einzelnen Touchpoints zu optimieren, um Ihren Kunden im gesamten Entscheidungsprozess die bestmögliche Kundenerfahrung zu bieten.

  1. Referrals

Der Begriff Referral Marketing beschreibt eine Marketingmethode, bei der bestehende KundInnen zur Weiterempfehlung Ihrer Angebote animiert werden und somit neue KundInnen generieren. Im deutschen Raum sind diese Methoden als KundInnen-werben-KundInnen-Programme bekannt.

Ein Schlüsselfaktor dabei ist, attraktive Belohnungen für das Werben von neuen KundInnen anzubieten. Wenn Ihre Customer Journey optimiert ist und Ihre KundInnen mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung zufrieden sind, kann diese Marketingmethode zu starkem Wachstum in der Neukundengewinnung führen.

 

Digitale Instrumente der Kundenbindung

Neben den klassischen „Offline“- Kundenbindungsmöglichkeiten bietet die digitale Transformation neue Möglichkeiten, um die Beziehungen zwischen Unternehmen und Ihren KundInnen aufzubauen und zu stärken. Die digitalen Methoden bieten großes Potential, sofern diese richtig verwendet und umgesetzt werden.

„When digital transformation is done right, it’s like a caterpillar turning into a butterfly, but when done wrong, all you have is a really fast catterpillar“ 

George Westerman, Massachusetts Institute of Technology

Folgende wichtige digitale Instrumente können die Bindung zwischen Ihrem Unternehmen und Ihren KundInnen stärken:

  1. CRM Systeme
  2. Die digitale Kundenkarte
  3. Customer Engagement
  4. Push-Nachrichten
  5. E-Mail Marketing

 

  1. Customer-Relationship-Management Systeme

Im Herzen der digitalen Kundenbindung steht meist ein Customer-Relationship-Management System, kurz CRM-System. Wie der Name schon verrät, dient dieses zur Pflege von Kundenbeziehungen. Eine erfolgreiche Implementierung eines CRM Systems hilft Ihnen dabei, alle wichtigen Daten Ihrer Kunden in einem zentralen System zu speichern. Diese Daten können Sie verwenden, um Ihre KundInnen besser zu verstehen, Erfahrungen zu dokumentieren und die gesamte Historie eines Kunden im Überblick zu behalten.

Die Verwendung eines CRM-Systems kann Ihnen beispielsweise dabei helfen, StammkundInnen Ihres Unternehmens zu identifizieren, um deren Kaufverhalten zu analysieren.

  1. Die digitale Kundenkarte

Die Kundenkarte ist ein klassisches Instrument der Kundenbindung und beschreibt eine Maßnahme, welche Ihren KundInnen einen kaufentscheidenden Mehrwert bieten kann.

Die klassische Plastikkarte wird immer öfter von der digitalen Kundenkarte abgelöst, da diese einige maßgebliche Vorteile mit sich bringt. Zu den größten Vorteilen zählen neben der einfacheren Handhabung auch meist eine unkompliziertere Registrierung und eine Reduktion von Plastikmüll. Einen detaillierten Vergleich finden Sie in unserem Artikel über den Vergleich der digitalen und der analogen Kundenkarte .

  1. Customer Engagement

Direkte Kommunikation mit dem Kunden oder der Kundin kann sich positiv auf die Kundenzufriedenheit und Kundenbindung auswirken. Neue Plattformen und technischer Fortschritt ermöglichen Unternehmen, einfach mit ihrer Zielgruppe in Kontakt zu treten. Über Kanäle wie Social Media oder andere Apps können sie nicht nur persönlich mit der Zielgruppe interagieren, sondern auch wertvolle Daten sammeln, die sie später im Online Marketing verwenden können.

Die Interaktion mit dem Kunden über digitale Kanäle und soziale Medien steigert die Kundenzufriedenheit und in weiterer Folge die Kundenbindung, da sich der Kunde geschätzt fühlt.

  1. Push-Nachrichten

Das Smartphone, unser täglicher Begleiter, bietet für Unternehmen vermehrt neue Möglichkeiten, mit dem Kunden direkt in Kontakt zu treten . Diese sind ohne viel Aufwand und kostengünstig umzusetzen. Die Rede ist von sogenannten Push-Nachrichten, also Benachrichtigungen, welche mittels einer App auf dem Bildschirm des Nutzers ausgestrahlt werden.

Durch die hohen Öffnungsraten sind Push- Nachrichten per App eine beliebtere und oft wirksamere Maßnahme als klassische Marketing E-Mails.

Richtiges Timing ist der Schlüssel zum Erfolg und macht den Unterschied zwischen nützlichen Erinnerungen und störenden Ablenkungen. Machen Sie sich darüber Gedanken, welche Nachrichten der Kunde zu welchem Zeitpunkt als nützlich empfindet, und versuchen Sie diese stetig zu optimieren. Eine elegantere Möglichkeit sind automatisierte Push-Nachrichten, die unter bestimmten Bedingungen automatisch versendet werden. Mehr nützliche Tipps finden sie in unserem Artikel über die richtige Verwendung von Push-Nachrichten.

  1. E-Mail Marketing

Auch wenn die meisten Menschen täglich eine Sintflut an Mails bekommen, stellt E-Mail Marketing immer noch eine bedeutende und effektive Maßnahme der Kundenbindung und Kundengewinnung dar. Es gibt viele Möglichkeiten, die E-Mail Adresse eines Kunden zu sammeln, sei es mittels Formular auf Ihrer Webseite, durch die Eintragung in ein Gewinnspiel oder mittels einer personalisierten Treue-App .

Ihre E-Mail-Aussendungen können eine Möglichkeit zum direkten Austausch mit Ihrer Kundschaft bieten. Ähnlich wie bei Push-Nachrichten geht es oft um das richtige Timing. Durch eine Automatisierung können personalisierte E-Mails ausgesendet werden, wenn KundInnen schon länger nicht mehr gekauft haben. Sie können automatisierte E-Mails auch verwenden, um Ihren Nutzern zum Geburtstag zu gratulieren oder die Kundenbindung mittels Aussendungen von Promotionaktionen zu stärken.

 

Kundenbindung mittels App

Es gibt viele Möglichkeiten der Kundenbindung, egal ob traditionell oder digital. Kundenbindung sollte hohe Priorität in jeder Unternehmensstrategie haben, da es immer günstiger ist, BestandskundInnen zum Wiederkauf zu animieren, als neue KundInnen zu gewinnen. Die beste Möglichkeit, Ihre BestandskundInnen zu erreichen, ist direkt über das Smartphone mittels einer personalisierten Kundenbindungsapp. Um Ihnen diesen Prozess zu vereinfachen, haben wir von hello again uns ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt. Ihre individuelle Treue-App wird komplett auf Sie und die Ziele Ihres Unternehmens zugeschnitten und vereint alle hier erwähnten Funktionalitäten der klassischen und digitalen Kundenbindung. Einfacher war es noch nie, starten Sie jetzt!

 

 

Autor: Franz Tretter, CEO und founder hello again